Ein Interim CFO kostet in Deutschland im Jahr 2026 typischerweise einen Tagessatz im hohen dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Bereich. Als belastbare Budgetgröße sollten Unternehmen neben dem Tagessatz auch Einsatzumfang, Mandatsdauer, Reisekosten, Vermittlungsgebühren und die Komplexität der Aufgabe einplanen. Für eine konkrete Marktangabe gilt aus unserer Erfahrung: 900€ bis 1.800€ als relevante Range.
Ausgangslage: Wann Unternehmen nach den Kosten eines Interim CFO fragen
Die Frage entsteht meist dann, wenn die Finanzleitung kurzfristig ausfällt, ein Unternehmensverkauf vorbereitet wird, ein Investor belastbare Zahlen verlangt oder die Finanzabteilung mit dem Wachstum nicht mehr Schritt hält.
In diesen Situationen ist der Tagessatz allein nicht die entscheidende Größe. Ein Interim CFO wird nicht nur für einzelne operative Aufgaben eingekauft. Er übernimmt häufig Verantwortung für Liquidität, Reporting, Bankenkommunikation, Planung, Führung und die Stabilisierung des Finance Teams.
Entscheidend ist deshalb, welche Verantwortung tatsächlich benötigt wird:
- Operative Stabilisierung: Sicherstellung von Monatsabschluss, Liquiditätsplanung und Reporting
- Führungsverantwortung: Steuerung der Finanzabteilung und Abstimmung mit Geschäftsführung und Gesellschaftern
- Transaktionsunterstützung: Vorbereitung auf Due Diligence, Finanzierung oder Unternehmensverkauf
- Restrukturierung: Aufbau belastbarer Entscheidungsgrundlagen und Umsetzung von kurzfristigen Maßnahmen
- Transformation: Begleitung von ERP Einführung, Prozessstandardisierung oder Aufbau eines Controllings
Je größer die Verantwortung und je höher der Zeitdruck, desto weniger sinnvoll ist ein Vergleich allein über den Tagessatz.
Welche Kostenbestandteile einzuplanen sind
1. Der Tagessatz
Der Tagessatz ist die wichtigste, aber nicht die einzige Kostenposition. Die Höhe hängt insbesondere von folgenden Kriterien ab:
| Kriterium | Typischer Einfluss auf die Kosten |
|---|---|
| Verantwortung | CFO Verantwortung liegt in der Regel über rein operativen Finance Aufgaben |
| Unternehmensgröße | Mehr Gesellschaften, höhere Umsätze und komplexere Strukturen erhöhen den Steuerungsaufwand |
| Situation | Krisen, Fristdruck und ungeklärte Datenlagen erfordern häufig einen höheren Einsatzumfang |
| Erfahrung | Branchenkenntnis, Transaktionserfahrung und Restrukturierungserfahrung beeinflussen den Marktpreis |
| Einsatzmodell | Vollzeit, Teilzeit und einzelne Präsenztage führen zu unterschiedlichen Monatsbudgets |
| Mandatsdauer | Längere Mandate können die Planbarkeit verbessern, ersetzen aber keine individuelle Kalkulation |
2. Der monatliche Budgetbedarf
Eine einfache Budgetrechnung lautet:
Monatsbudget = Tagessatz × geplante Einsatztage pro Monat + Nebenkosten
Beispielrechnung ohne Tatsachenbehauptung:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Tagessatz | 1.200 Euro netto, beispielhaft |
| Einsatztage pro Monat | 12 |
| Honorar pro Monat | 14.400 Euro netto |
| Reisekosten | abhängig von Einsatzort und Vereinbarung |
| Vermittlungsgebühr | abhängig vom gewählten Zugangsweg |
Bei einem Vollzeiteinsatz mit 18 bis 20 Einsatztagen ergibt dieselbe Beispielannahme ein Honorar von 21.600 bis 24.000 Euro netto pro Monat. Die Rechnung dient nur zur Einordnung. Sie ersetzt kein Angebot und darf nicht als allgemeine Marktpreisangabe verstanden werden.
3. Nebenkosten und vertragliche Punkte
Vor der Beauftragung sollten Unternehmen klären:
- Wird der Tagessatz netto oder inklusive Umsatzsteuer genannt?
- Wie werden Reisezeit, Übernachtungen und Fahrtkosten abgerechnet?
- Gibt es eine Mindestabnahme von Einsatztagen?
- Welche Kündigungsfrist gilt?
- Welche konkreten Ergebnisse werden bis wann erwartet?
- Ist eine Vermittlungs- oder Suchgebühr enthalten?
- Welche Zugriffsrechte und Ansprechpartner stehen am ersten Tag bereit?
Eine transparente Kalkulation trennt Honorar, Nebenkosten und gegebenenfalls Vermittlungsleistungen. So lässt sich der Interim Einsatz mit einer Festanstellung, einer Beratung oder einer unbesetzten Stelle vergleichen.
Interim CFO oder Festanstellung: Welche Rechnung sinnvoll ist
Ein Interim CFO ist in der Regel teurer als das rechnerische Tagesgehalt eines angestellten CFO. Der Vergleich greift jedoch zu kurz, wenn er nur das Bruttogehalt betrachtet.
Bei einer Festanstellung kommen unter anderem Arbeitgeberanteile, Recruitingkosten, Kündigungsfristen, Einarbeitungszeit, Urlaub, Krankheit und das Risiko einer Fehlbesetzung hinzu. Beim Interim Management entstehen dagegen meist variable Kosten für den tatsächlich vereinbarten Einsatzzeitraum.
Für die Entscheidung sollten Unternehmen daher drei Szenarien nebeneinanderstellen:
| Szenario | Relevante Kostenfrage |
|---|---|
| Interim CFO | Was kostet die Stabilisierung für die benötigten Monate? |
| Festanstellung | Wie lange dauert die Suche und ab wann ist die neue Person wirksam? |
| Beratung | Wer trägt die operative Verantwortung zwischen den Beratungsterminen? |
Die Vakanzkosten gehören in jede Rechnung. Wenn beispielsweise ein Monatsabschluss verspätet ist, Banken auf aktuelle Zahlen warten oder Liquiditätsrisiken zu spät sichtbar werden, kann die unbesetzte Position wirtschaftlich teurer sein als das Interim Honorar. Eine pauschale Zahl für diese Vakanzkosten wäre ohne Unternehmensdaten nicht seriös und können bei Bedarf in der Auftragsklärung besprochen werden.
Wie CFgO das konkret löst
CFgO klärt vor einer Beauftragung zunächst, welche Rolle tatsächlich gebraucht wird und welche Aufgaben sofort übernommen werden müssen. Dabei werden mindestens folgende Punkte geprüft:
- aktuelle Finanzorganisation und Verantwortlichkeiten
- Stand von Buchhaltung, Monatsabschluss und Jahresabschluss
- Liquiditätsstatus und vorhandene Planung
- Reporting Anforderungen von Geschäftsführung, Banken und Investoren
- Anzahl der Gesellschaften und Systeme
- notwendige Präsenz vor Ort
- gewünschter Starttermin und voraussichtliche Mandatsdauer
Das Arbeitsmodell ist deutschlandweit remote organisiert. Der Standard sieht 3 Tage vor Ort beim Mandanten und 2 Tage im Homeoffice vor. Abweichungen werden nach Aufgabe, Datenzugriff, Teamstruktur und notwendiger Präsenz abgestimmt.
Im Mandat geht es nicht nur um Analysen. Ein Interim CFO muss Entscheidungen vorbereiten, Prioritäten setzen und die Umsetzung im Finance Team steuern. Dazu gehören je nach Situation beispielsweise ein 13 Wochen Liquiditätsforecast, ein Abschlusskalender, ein monatliches Management Reporting, eine Aufgabenverteilung im Team oder die Vorbereitung von Bankengesprächen.
Ein Erstgespräch dient dazu, Situation, Zielbild, Starttermin und benötigten Umfang zu klären. Danach kann CFgO prüfen, welche Rolle und welcher Einsatzumfang passen. Eine belastbare Kostenangabe ist erst möglich, wenn Verantwortung, Einsatztage und Mandatsdauer feststehen.
FAQ
Was kostet ein Interim CFO pro Tag?
Eine belastbare Marktangabe für 2026 sollte mit aktuellen Benchmarks belegt werden. Die konkrete Höhe hängt vor allem von Verantwortung, Erfahrung, Dringlichkeit, Unternehmenskomplexität und Einsatzumfang ab. Unsere Interim CFO bzw. Interim Head of Finance Mandate bewegen sich in einer spanne von 900€ bis 1.600€ pro Tag, je nach Seniorität, Dringlichkeit, Laufzeit und Auslastung. Das sind gängige und am Markt beobachtbare Marktpreise für 2026. Bitte beachte, dass diese Preise ohne Vermittlungsgebühr von Personalvermittlern zu verstehen sind. Wenn du mit einem Personalvemittler arbeitest (CFgO ist kein Personalvermittler) kommt noch eine laufende Vermittlungsgebühr hinzu.
Wie hoch sind Vermittlergebühren bei Interim Mandaten?
Wir bei CFgO haben keine Vermittlergebühren, da wir mit unseren festangestellten Consultants auf Projekten arbeiten. Die o.g. Preisranges verstehen sich daher auch als Preise ohne Vermittlungsgebühr. Erfahrungsgemäß erheben Personalvermittler einen Aufschlag zwischen 25-40% auf die sogenannten Einkaufspreise (angaben unverbindlich und reine Marktbeobachtung).
Gibt es Interim CFOs auch in Teilzeit?
Ja. Ein Teilzeitmodell ist sinnvoll, wenn die Interim CFO oder Interim Head of Finance Position nicht täglich vor Ort benötigt wird, aber regelmäßig Verantwortung für Liquidität, Reporting, Planung und Führung übernehmen soll. Hier bietet sich ein Rahmenvertrag an, der nicht auf Tagessätze sondern auf Ergebnisse geht.
Kann man einen Interim CFO oder Interim Head of Finance auch zum Festpreis buchen?
Wir bei CFgO bieten Festpreise an, wenn es sich nicht um eine Vollzeitauslastung sondern um einen definierten Output im Rahmen dieser temporären Übernahme der Aufgaben handelt. Und es macht Sinn, hier genau abzuwägen, was einem als Auftraggeber wichtiger ist – permanente Verfügbarkeit und unmittelbaren Zugriff auf die Kapazitäten des Interim CFO durch Geschäftsführung und Finance Team: hier macht Interim mehr Sinn. Geht es um feste Arbeitspakete und regelmäßiges Sparring mit der Geschäftsführung: Pakete machen Sinn und sparen dem Auftraggeber Geld.
Wie lange bleibt ein Interim CFO typischerweise im Unternehmen?
Die Dauer richtet sich nach dem Ziel des Mandats. Für eine kurzfristige Überbrückung können wenige Wochen ausreichen. Bei Stabilisierung, Transformation oder Nachfolgesuche sollte das Unternehmen eher mit mehreren Monaten planen. Für uns bei CFgO gilt grundsätzlich: wir starten sehr kurzfristig und gehen sobald wir nicht mehr benötigt werden. Diese Flexibilität ist in unserem Job notwendig. Die übliche Projektlaufzeit liegt zwischen 3-6 Monaten. Das liegt ganz einfach daran, dass Kündigungsfristen von festen Nachfolgen bei durchschnittlich 3 Monaten liegen und dadurch die Überbrückung sich in an diesen Zeiträumen orientiert (+ ggf. Onboarding der Nachfolge).
Sind Reisekosten im Tagessatz enthalten?
Das ist vertraglich zu klären. Unternehmen sollten sich Honorar, Reisezeit, Fahrtkosten und Übernachtungen getrennt ausweisen lassen.
Wie kann ich die Reisekosten von Interim Managern reduzieren?
Erfahrungsgemäß braucht es neben einer Kennenlernphase vor Ort beim Mandanten keine ständige, physische Präsenz, um ein Interim Mandat auf höchstem Niveau durchführen zu können. Daher sollten 2-3 Wochen Onboarding und anschließende, abgestimmte einzelne Tage vor Ort ausreichen. Somit können die Reisekosten und auch ineffiziente Reisezeiten des Interim Managers massiv reduziert werden.
Wie schnell kann ein Interim CFO starten?
Das hängt von Verfügbarkeit, Aufgabenprofil, notwendiger Präsenz und Vertragsfreigabe ab. Eine konkrete Aussage ist erst nach der Prüfung des Mandats möglich. Wir bei CFgO können binnen 24h ein verlässliches Angebot, inklusive verbindlichem Startzeitpunkt abgeben. In der Regel benötigt das beauftragende Unternehmen 5-7 Tage um alle notwendigen IT-Zugänge einzurichten und den Interim Manager arbeitsfähig zu machen.
Wie ein Erstgespräch abläuft
Im Erstgespräch werden die aktuelle Situation, die dringendsten Risiken, die benötigte Verantwortung, der gewünschte Starttermin und der voraussichtliche Einsatzumfang besprochen. Unternehmen müssen dafür noch kein vollständiges Anforderungsprofil vorlegen. Uns bei CFgO ist es wichtig, Ihre Anliegen fachkundig mit Ihnen zu besprechen und das Problem herauszuarbeiten. Interim CFO ist nicht immer das richtige Instrument und kann häufig teurer als notwenig sein. Personalvermittler haben natürlich das größte Interesse Interim CFO zu vermitteln. Wir sind Berater und Interim CFO und schauen, welche individuelle Lösung für Sie am besten passt und somit auch am kosteneffizientesten.

