In diesem Artikel will ich gerne auf ein absolutes Trendthema eingehen und aufzeigen, warum es auch für Dein Unternehmen höchste Zeit ist, über die Einstellung eines CFO as a Service bzw. einen virtual CFO nachzudenken. Insbesondere im Silicon Valley und in Australien findet man vermehrt dieses Modell. Du hast durch einen Virtual CFO nicht nur die Chance, Deine Liquidität und Deinen operativen Cashflow zu optimieren, sondern profitierst noch von vielen anderen positiven Begleiterscheinungen dieses Models.

Dann mal los in den Artikel 😊.

Ab wann braucht Dein Unternehmen einen CFO?

CFO ist die Abkürzung für Chief Financial Officer in einem Unternehmen. Das bedeutet, dass der CFO die oberste Führungskraft mit der breiten Verantwortung für die Finanzen ist. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Buchhaltung (Accounting) und Controlling sowie häufig auch Treasury Management. Die Rolle des CFO hat sich in den letzten Jahren viel mehr in Richtung des strategischen und zahlengetriebenen Sparringspartners entwickelt und weg vom Numbercruncher, der auf dem Geld sitzt und sich mit den Operations des Unternehmens nicht wirklich auskennt. Das Bild ist deutlich vielseitiger geworden und die Position bedeutet viel Verantwortung, Erfahrung und mittlerweile auch ein sehr gutes Auftreten.

Insbesondere in den letzten Jahren wurden immer öfters CFO zum neuen CEO (Chief Executive Officer) bei Unternehmen ernannt, was nicht in das ursprüngliche Rollenbild passt, aber für den sehr positiven Wandel der CFO Funktion spricht. Ein gutes Beispiel ist hier Joe Kaeser der als langjähriger Siemens CFO zum CEO befördert wurde. Andere bekannte Beispiele sind Oliver Bäte (Allianz SE), Tim Höttges (Deutsche Telekom AG) und Kurt Bock (BASF SE).

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass keiner die Prozesse und Entwicklungen im Unternehmen so gut und tief greifend versteht, wie der CFO. Daher unterstütze ich diesen Trend voll und ganz.

Zu Beginn Deines SaaS oder E-Commerce Startup, war die Funktion des CFO höchstwahrscheinlich für längere Zeit nicht im Budget eingeplant. Jeden Cent, den Du zur Verfügung hattest, hast Du in das Produkt, die Warenfinanzierung, Werbung, und wenn noch was übrig war, in Dein bescheidenes Gehalt gesteckt.

Das ist in meinen Augen auch vollkommen richtig so. Du brauchst natürlich ein vernünftiges Produkt, musst einigermaßen als Gründer davon leben können und hast die Aufgabe, die ersten Kunden zu gewinnen. Fokus liegt definitiv auf Produkt und Kunden! Basta.

Doch wie lange hält diese Phase an und wann solltest Du über Unterstützung durch einen CFO nachdenken?
Dafür müssen wir zunächst einmal tiefer in die folgenden Punkte einsteigen.

Was muss ein guter CFO mitbringen (Spezialisierung)?

Uns wird bei der Beantwortung dieser Frage natürlich in erster Linie weiterhelfen, wie ein CFO Dich unterstützt und insbesondere, was er so mitbringen muss.
Dazu habe ich, die aus meiner Sicht, vier wesentlichen Punkte im Folgenden zusammengestellt:

Branchenfokus (SaaS / E-Commerce)

Elementar ist ein tiefes Verständnis und Erfahrung in der Branche, in der Du Dich mit Deinem Unternehmen befindest. Bei CFgO sind das bspw. die Bereiche SaaS und E-Commerce.

Ich will ganz ehrlich sein: Zu Beginn bei CFgO waren David und ich der Meinung, dass wir jedem Unternehmen mit unserem Know-how helfen können und haben ohne jede weitere Selektion Aufträge als CFO as a Service angenommen. Darunter waren Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Coaches, betriebliche Gesundheitsmanager und einige weitere Branchen. Wir haben in der Wirtschaftsprüfung mit diversen Branchen auch ohne gezielten Schwerpunkt gearbeitet.

Leider stellte sich dann doch recht schnell heraus, dass es zu diesen Branchen keinen optimalen Fit gab. Wir waren für diese Branchen am Ende des Tages einfach nicht die Richtigen und haben nicht den hohen Service bieten können, den wir bieten wollen.

Bei einigen Kunden fiel es uns hingegen immer sehr leicht, deutlich über die Erwartungen hinaus zu performen und noch deutlich proaktiver zu sein. Das waren unsere Kunden aus dem SaaS und E-Commerce Bereich.

Uns wurde klar, dass wir unsere Branchen und Zielgruppen schon gefunden hatten und für diese Unternehmen ohne Probleme viel Energie aufbringen konnten, wohingegen uns die anderen Kunden Energie raubten.

Als wir uns dieses Thema genauer anschauten, wurde uns klar, dass wir aus der ureigenen Motivation heraus uns auch in der Freizeit am liebsten mit SaaS und E-Commerce Trends beschäftigen.
Die aufkommenden Themen sind uns selbst als Software- und E-Commerce Gründer präsent, wir haben sie für uns selbst durchdrungen, gelöst und sprechen mit unseren Kunden auf Augenhöhe und ihnen auch aus der Seele.

Kombiniert mit unserer Stärke in Finanzen, Steuern und Strategie bieten wir hiermit einen perfekten Match mit unseren Kunden.
Du merkst sicher, worauf ich hinaus möchte, mit dieser langen Ausführung zu unseren eigenen Gedanken: Nimm nicht irgendeinen CFO, sondern jemanden mit wirklich nachweisbaren Erfahrungen und einer tiefen Passion für Deine Branche.

Wenn Du aus dem Handwerk, der Medizinbranche oder der Gastronomie kommst, wärest Du bei uns leider nicht optimal versorgt. Suche Dir hierzu einen geeigneten und erfahrenen CFO aus diesen Branchen.

Wenn Du ein SaaS Business oder E-Commerce betreibst, bist Du hingegen goldrichtig bei CFgO 😉.

 

Strategisches Knowhow

Was hat bitte Strategie mit einem CFO zu tun, fragst Du Dich!?

Da hat mir kein CFO rein zu reden, sagst Du!?

Auf den ersten Blick verständlich, auf den zweiten und dritten allerdings nicht.
Lass mich Dir die Vorteile eines strategischen CFO erläutern.

Wenn Du mit Deinem Startup zu skalieren und zu wachsen beginnst, hast Du schon viel erreicht. Man kann vom Product-Market Fit ausgehen und Deine Vision beginnt sich zu verwirklichen.
In der letzten Zeit hast Du Dir häufig eine blutige Nase geholt und Du musstest immer wieder von Neuem anfangen und andere Wege versuchen, um den ersten Kunden zu gewinnen, Dein Produkt marktreif zu machen und ein Netzwerk aufzubauen.

Aufregende und irgendwie spannende Zeiten. Allerdings meist wenig strategisch und viel vom Bauchgefühl geleitet und durch Zufälle geprägt.

Es kommt aber die Zeit in der Du als CEO aus diesem wilden Handeln herauswächst, anfängst zu managen und somit Informationen brauchst und Zeit für andere Dinge benötigst. Du kannst nicht mehr vogelwild reagieren, sondern musst agieren und insbesondere auch Zeit zum Nachdenken freihalten.

Du brauchst eine Strategie.

Eine Strategie ist ein Leitfaden, der Dir hilft, die unzähligen Aufgaben auf das Wesentliche für Dein Startup zum jetzigen Zeitpunkt herunter zu brechen und nicht in alter Gründer Mentalität, immer weiter neue und spannende Projekte anzustoßen.

Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung.

Um nun wieder auf den CFO zurückzukommen, möchte ich Dir einmal aufzeigen was der Vorteil eines strategischen CFO sein kann.

Es ist klar, dass ein CFO nicht die Strategie für Dich und Dein Startup erstellt. Er muss aber voll involviert sein in die Pläne des CEO, damit er Dir ein wertvolles Sparring aus einer anderen und sehr wichtigen Perspektive bieten kann. Und das ist die zahlenbasierte Faktenlage.

Es gibt bei der Betrachtung der Zahlen zwei Szenarien: Entweder Du hast einen passiven „Lieferanten“ der Zahlen (leider häufig in Form eines / einer Steurberater/in anzutreffen – natürlich nicht alle, aber dazu später mehr) oder einen aktiven Sparringspartner.

Passivität zeichnet sich in meinen Augen als ein, mit minimalem Aufwand erstelltes und nicht weiter durchdachtes, Berichtswesen aus.

Ganz konkret denke ich hierbei an eine BWA (Abkürzung für die betriebswirtschaftliche Auswertung). Schwarz auf weiß gedruckte Langeweile. Das finde sogar ich als offenkundiger Zahlenliebhaber furchtbar.

Du kennst das bestimmt: Als Abschluss Deiner monatlichen Buchhaltung erhältst Du um den 15. des Folgemonats einen Brief oder eine Mail mit PDF-Anhang, der Deine Zahlen der Vergangenheit auflistet. Das war’s auch schon…

Wie sollst Du damit vernünftig Dein immer größer werdendes Unternehmen steuern und planen? Wie sollst Du Deine Strategie und Vision verfolgen und Entscheidungen auf dieser Datenbasis treffen?

Ich finde das schwierig und deshalb hier die Idee des (pro-)aktiven Sparringspartners:
Der Sparringspartner aka CFO sorgt für eine regelmäßige und zeitnahe Buchhaltung. Die Ergebnisse nutzt er, um Sie in grafische Auswertungen, übersichtliche Tabellen und Key Performance Indicators (KPI) umzuwandeln. Er hat dies durch eine Software oder ein aufwendiges Excel-Makro weitestgehend automatisiert und kann dadurch viel Zeit investieren, den größten Mehrwert für Dich als CEO zu schaffen: Analyse und Interpretation der Zahlen sowie -und jetzt kommt es- die Einordnung der Fakten in Deine Strategie und Vision. Es ist die Aufgabe des CFO, diese Informationen so aufzuarbeiten und zu verstehen, dass er oder sie Dir sagen können, ob die Ziele, die mit Deiner Strategie erreicht werden sollen, auch so zu erreichen sind.

Es gehört auch dazu, basierend auf den Erkenntnissen, Deine Strategie zu challengen. Eine offene und ehrliche Diskussion kann Dich und Dein Unternehmen auf ein neues Level heben. Versprochen.

 

Netzwerk an Spezialisten

Es gibt allerdings auch Themen, da benötigt man einen Spezialisten. Und hier meine ich auch wirklich Spezialisten, die Sachverhalte so oder in abgewandelter Form, idealerweise schon mehrfach behandelt haben.

Diese Sachverhalte können steuerliche oder juristische Themen sein oder aber auch Themen, wo ein Gutachter oder Wirtschaftsprüfer rein aus Haftungsgründen eingeschaltet werden muss.

Niemand kann alles wissen. Das haben wir bereits weiter oben im Abschnitt zum Branchenfokus diskutiert.
Es ist wirklich häufig zu beobachten, dass manch ein Steuerberater oder Rechtsanwalt meint sich all Deiner Themen als „eierlegende Wollmilchsau“ annehmen zu können.
Leider kann ich das nicht bestätigen.

Wenn Du einmal die roten Bände des Beck Verlags zu den Themen Steuergesetze, Steuererlasse und Steuerrichtlinien gesehen hast in Kombination mit einem Bündel an Wirtschaftsgesetzen, sollte recht schnell klar werden, dass niemand das alles kann.

Im Bereich SaaS und E-Commerce bieten sich ja bspw. enorme Skalierungspotenziale und diese sind dann meist auch international. Es kommen steuerliche Themen, insbesondere im Bereich Umsatzsteuer auf das Unternehmen zu, dass Du einen wirklichen Spezialisten im Bereich Umsatzsteuer bei SaaS und / oder E-Commerce Unternehmen benötigst.

Woher soll ein Steuerberater mit bspw. vielen Handwerkern und Zahnärzten im Mandantenstamm, die vermutlich geschäftlich die deutschen Grenzen beruflich nicht verlassen, dieses Spezialwissen haben?

Auch ein Rechtsanwalt, der primär mit Verkehrsdelikten zu tun hat, ist vermutlich nicht die Idealbesetzung, wenn es um die Verträge zur Beteiligung eines Investors an Deinem Startup geht.
Ein Banker der Volksbank mit 90% Privatkunden kennt vermutlich auch nicht die Besonderheiten bei der Bewertung und den Bedürfnissen von hochinnovativen Geschäftsmodellen, die auf Wachstum und nicht auf Profitabilität ausgerichtet sind. Einfach, weil es nicht ihr Tagesgeschäft ist.

Diese ganzen Beispiele sollen zeigen, dass Du einen Partner an Deiner Seite brauchst, der diese Themengebiete vorqualifizieren kann und Dir raten kann, Spezialisten einzuschalten, wenn es notwendig ist.

Es gibt immer wieder Situationen, in denen das notwendig sein wird.

In diesen Situationen ist es natürlich enorm wertvoll, nicht erst anfangen zu müssen, bei Nachbarn, Eltern und in diversen Gruppen bei Facebook oder LinkedIn nach Empfehlungen fragen zu müssen.

Es kann entscheidend sein, durch einen CFO mit dem entsprechenden Netzwerk einen kurzen Draht zu solchen Top Experten zu haben und kurzfristig agieren zu können.

 

Fachliche exzellenten Track Record

Der Lebenslauf / Track Record eines CFO ist wichtig, um entscheiden zu können, ob Dir der CFO weiterhelfen kann.

Selbstverständlich kann man auf verschiedenen Wegen Erfahrungen sammeln, allerdings gibt es m.E. ein paar Merkmale, die hervorstechen.

Das Wissen, welches man sich in der Finanzbranche und als CFO aneignen muss, ist zunächst sehr abstrakt und theoretisch. Wenn Du Dich schon einmal im Detail mit Buchhaltung, Bilanzanalyse und Steuern auseinandergesetzt hast, dann weißt Du sicherlich, wovon ich spreche.

Es gibt wenige Dinge, die wirklich intuitiv vorgenommen werden können, da es zu vielen Dingen Rechtsprechung und Urteile gibt, die Intuition im Keim ersticken.

Auch die Berechnung und das Verständnis für KPI ist eine Wissenschaft für sich und bedarf viel Training und Erfahrung. Noch wichtiger wird es natürlich, wenn es um Branchenspezialisierungen geht und wie in unserem Beispiel CAC, LTV, MRR, ARR, CCC usw. berechnet, verstanden und interpretiert werden müssen.

Damit Du Anhaltspunkte bekommst, ob ein CFO in Frage kommt, solltest Du in seinem Lebenslauf idealerweise folgende Studiengänge finden: BWL, VWL, International Business, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, duales Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften.

Ein Bachelorabschluss ist hier die Regel. Wenn man noch etwas genauer herausfinden möchte, ob das Studium schon auf die relevante Erfahrung einzahlt, dann kann man das über einen Master Abschluss vorqualifizieren. Denn der Master ist in den meisten Fällen deutlich themenspezifischer und der Abschluss lautet dann Master of Science in Finance, Accounting, Controlling, Taxation, Banking oder irgendetwas anderes in diese Richtung.

Aber natürlich kann sich nach dem Studium viel tun und man kommt erst im Laufe des Berufslebens zu seiner Passion und dem Ziel CFO zu werden. Das schließt sich selbstverständlich nicht aus und gibt, wie gesagt nur ein Indiz zur Eignung.

Allerdings sollten im Verlauf des Berufslebens schon in irgendeiner Form Tätigkeiten in einem dieser Bereiche stattgefunden haben:
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Corporate Banking, Controlling, Rechnungswesen, Unternehmensberatung (idealerweise mit Schwerpunkt Strategie oder Finance), M&A, Transaktionsberatung oder Beteiligungscontrolling. Natürlich können auch ehemalige Gründer mit einer Passion für Finanzen oder Leute die im Venture Capital Bereich tätig sind / waren sehr gute Qualifikationen mitbringen.

Die Aufzählungen sind nicht vollumfänglich, geben aber, denke ich einen ganz guten Überblick.

Worauf ich auch noch achten würde, ist ob es bereits Teamführungserfahrung gab und ob grundsätzlich eine Teamfähigkeit zu erkennen ist. Du willst nämlich keinen unkooperativenen Eigenbrötler, sondern einen echten Partner, auf den Du Dich blind verlassen kannst und der (zukünftig) auch ein Team führen will und kann.

Um das Bild abzurunden, macht es auch Sinn, zu prüfen, ob es bereits belegbare Referenzen für eine ähnliche Tätigkeit als CFO, Berater oder Interims CFO bereits vorliegt. Damit kannst Du ein Gefühl dafür bekommen, ob der- oder diejenige auch „auf eigene Rechnung“ performt.

Das wichtigste ist aber Dein Gefühl, ob Du Dir den Kandidaten / die Kandidatin als enge(n) Kollegen / in vorstellen kannst und auch Spaß an der Zusammenarbeit hättest. Ein CFO soll eine Schlüsselfunktion im Unternehmen darstellen und intensive Zeit mit Dir verbringen. Das funktioniert nur mit einem guten Personal Fit.

 

Wie hoch ist ein CFO Gehalt für ein Startup?

Bei all diesen Qualifikationen, die man als TOP CFO mitbringen sollte, wie oben beschrieben, scheint es logisch, dass diese Fachkräfte knapp und somit teuer sind.
Tatsächlich lag das durchschnittliche Jahresgehalt eines CFO im Jahr 2019 gemäß einer Studie des Personalanbieters Robert Half bei 147.250€, wobei es deutliche Abweichungen, insbesondere nach oben gibt.

Bei diesen Zahlen ist allerdings von einer hohen Seniorität auszugehen. Ein solches Gehalt ist für ein durchschnittliches deutsches Startup natürlich undenkbar.
Allerdings kann man sich auf eine andere Art und Weise an das Thema herantasten. Wenn Du die im Abschnitt Track Record aufgezählten Erfahrungen zugrunde legst, musst Du nicht im kleinen und teuren CFO Markt fischen. Talente, die Dir weiterhelfen, kannst Du natürlich auch aus Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften rekrutieren.

Meistens haben die Mitarbeiter hier den entsprechenden akademischen und beruflichen Erfahrungsschatz, um Dir und Deinem Unternehmen weiterhelfen zu können.

Zudem ist das Gehaltslevel meist nicht ganz so hoch wie oben beschrieben. Durchaus kannst Du mit einem Gehalt zwischen 50.000€ und 60.000€ Erfolg haben. Zuzüglich Arbeitgeberanteilen an den Lohnnebenkosten fallen somit zwischen 60.000€ und 72.000€ pro Jahr an, was auf den Monat runtergebrochen ein Gehalt zwischen 5.000€ und 6.000€ bedeutet.
Beachte jedoch, dass auch diese Kandidaten knapp sind. Sie kennen, allein des Berufs wegen, sehr gut die Zahlen und Gehälter im Markt. Daher musst Du damit rechnen, dass, je niedriger das Grundgehalt ist, desto höher eine Unternehmensbeteiligung in Form eines ESPO oder VSOP an- bzw. ausfällt.

Eine echte Alternative – CFO as a Service oder virtual CFO

Keine Sorge – Du musst jetzt nicht in Panik verfallen, nachdem ich Dir die Vorteile eines CFO aufgezeigt habe und dieser sich ggf. als unbezahlbar erweist.
Es gibt Möglichkeiten, von all der Erfahrung zu profitieren und trotzdem nur Bruchteile pro Monat zu bezahlen.

Zum einen hast Du die Möglichkeit, einen spezialisierten Steuerberater zu beauftragen, der Dir mehr als eine Buchhaltung und einen Jahresabschluss anbietet und bereit ist, Dir jeden Monat als Sparringspartner zur Seite zu stehen. Das ist eine gute Möglichkeit und es gibt die ein oder andere Kanzlei, die solche Services anbieten.

Leider gibt es aber auch viele Kanzleien, die mit dem Tagesgeschäft in der Steuerberatung schon so ausgelastet sind, dass es keine Kapazitäten mehr gibt, um diesen Mehraufwand zu stemmen.
Solltest Du eine Kanzlei finden, die Dich hierbei unterstützen möchte, dann willst Du natürlich nach den großen Zahlen von oben wissen, was es kosten würde. Man kann davon ausgehen, dass die Mehrheit der Steuerberater für diese betriebswirtschaftliche Beratung zwischen 150€ und 300€ pro Stunde im 15 Minutentakt abrechnet.

Für ein Einfaches „Standardreporting“ kannst Du mit einem Zeitaufwand von 1-2h / Monat rechnen. Eine Kommentierung der Zahlen dauert immer ein wenig Zeit. Wenn Du mehr möchtest und ggf. auch noch ein 1-stündiges Telefonat, müsstest Du diese Extraleistungen dazu rechnen.

Es gibt aber auch eine sehr gute Alternative dazu, die „CFO as a Service“ oder im US-Amerikanischen und englischsprachigen Ausland „Virtual CFO“ genannt wird.
Hierbei handelt es sich um das Outsourcen der CFO Funktion, die Dir als Startup viele Vorteile einbringt. Ganz im Sinne des Lean Startups musst Du mit dieser Alternative auf keine Services verzichten, bist aber durch ein hohes Maß an Prozesseffizienz durch die CFO as a Service Anbieter preislich deutlich besser / leaner aufgestellt als mit einer internen Besetzung.

Vorteile eines Virtual CFO

 

Insbesondere die folgenden Punkte sind wichtig zu betrachten, wenn es um die Entscheidung CFO vs CFO as a Service geht.

Geldersparnis

 

Wenn man mal ganz genau hinschaut, dann wird sich eine Vollzeit CFO Rolle erst dann wirklich lohnen, wenn Personalmanagement hinzukommt. In dieser Position wird meist ein Team geleitet, viel rekrutiert und administrativ gearbeitet.

Das ist aber in der Regel nicht wirklich notwendig und auch bedeutet das in meinen Augen nicht, dass es in der heutigen Zeit jemals notwendig ist, sich ein unternehmensinternes Finance Team mit möglichst vielen Köpfen aufzubauen. Durch Digitalisierung, verbesserte Prozesse und eine größer werdende Dienstleistungslandschaft kann man durch Outsourcing Geld und enormen Aufwand zur Mitarbeiterführung vermeiden.

Kostet ein vollzeitangestellter CFO, wie bereits oben ausführlich erläutert min. zwischen 5.000€ und 6.000€ kannst Du bei einem CFO as a Service davon ausgehen, dass dieser nur 20%-40% der Kosten verursacht.

Das kommt daher, dass in diesem Modell kein Leerlauf bezahlt wird und Du als CEO damit auch nicht in die Verlegenheit kommst dem CFO für ihn fachfremde Ressorts wie HR oder IT aufzudrücken, damit er oder sie ausgelastet sind.

Dieses Phänomen sieht man häufiger bei Mittelständlern und ist mir häufig ein Rätsel, wie in solchen Konstellationen genug Expertise für den einen und den anderen Bereich vorhanden sein sollen. Aber es gibt ein Indiz dafür, dass auch bei großen Mittelständlern mit bis zu 500 Mio. Euro Jahresumsatz noch zeitliche Kapazitäten für Themen Abseits des Kernfunktionen existieren.

Flexibles Modell

 

In Monaten, in denen aus der Finanzsicht nichts Besonderes passiert, kannst Du mit einem CFO as a Service Modell Deine Kosten niedrig halten und das volle Reporting bekommen, das Du benötigst.

Was ist aber, wenn Du eine Finanzierungsrunde planst, Du einen Kredit aufnehmen möchtest, oder Investoren ein ausführlicheres Reporting haben möchten?

Dann musst Du nicht direkt auf Personalsuche gehen und doch plötzlich hohe Gehälter zahlen. CFO as a Service Anbieter haben solche Situationen immer auf dem Schirm und können in diesem Zusammenhang auch temporär hochfahren, um Dir zum Erreichen der Ziele zu helfen.

Solche Projekte kosten dann temporär etwas mehr Geld, allerdings sind Anbieter in dem Markt auch hier sehr effizient und können den Aufwand aus ihren vorangegangenen Projekten und Erfahrungen sehr gut einschätzen.

Wenn sich dauerhaft absehen lässt, dass der monatliche Aufwand steigt oder die Informationstiefe zunimmt, sollten CFO as a Service Anbieter in der Lage sein, Dich in einen höheren Tarif einzustufen und Dir trotzdem Kostensicherheit zu bieten.

 

Viel Erfahrung in der Branche

 

Auch bei einem CFO as a Service Modell ist die Branchenspezialisierung enorm wichtig, damit Du maximalen Nutzen aus der Zusammenarbeit ziehen kannst.
Du kannst bei einem Spezialisten in einer Branche volle Diskretion vorausgesetzt, sogar noch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
Es gibt nicht nur Dein Unternehmen im Kundenstamm, sondern auch andere, die in der wie bspw. bei CFgO, SaaS und E-Commerce Branche tätig sind und sich ziemlich sicher mit den gleichen Problemen beschäftigen wie Du mit Deinem Startup.

Wo viele intern angestellte Führungskräfte nach einem externen Berater verlangen würden, kann der virtuelle CFO Dir höchstwahrscheinlich aus seinem Erfahrungsschatz schneller und damit auch günstiger eine Lösung bieten, als hierfür einen externen Berater zu engagieren.

Ein gutes Beispiel sind externe Finanzberater, die Dir helfen, spezialisierte Förderpakete der EU oder der Länder zu bekommen und sich hier im Nebel des exklusiven Wissens hüllen.
Mit einem virtuellen CFO ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er schon Erfahrung mit dem ein oder andern Fördertopf gesammelt hat oder mit bestimmten VC Kontakt hatte und weiß, was zu tun ist.

Ein gutes Beispiel bei CFgO ist, dass wir im Rahmen von Corona in NRW die Möglichkeit bekommen haben, ein Wandeldarlehen zu beantragen. Eine großartige Unterstützung des Landes NRW und des Bundes.

Als wir einen Kunden direkt zu Beginn der Förderung beim kompletten Antragsprozess erfolgreich begleitet haben, waren wir für alle anderen Kunden im Anschluss umso effizienter, da wir wussten worauf es ankam im Businessplan und bei den Fragen im Interview mit der NRW Bank.

 

Großes Netzwerk in kleinen Branchen

Spezialisten sind in einer Branche angesiedelt und besuchen auf der Suche nach Austausch, Netzwerk Event, Messen und Meetups um sich über die Trends der Branche auszutauschen.
Logisch.

Dabei lernt man sich dann im Laufe der Zeit kennen und bemerkt, wie furchtbar klein die ganze Branche eigentlich ist.

Das, was einem als Externer und bei der Google Suche als unüberschaubar vorkommt, ist für Branchenexperten sehr leicht.

Häufig ergeben sich Kooperationen, die Dir zugutekommen.

Du suchst einen VC für Dein Vorhaben? Spar Dir die Zeit und das Geld für wochenlange Recherche der Ansprechpartner. Wahrscheinlich hat Dein Virtual CFO einen Kontakt und kann eine WhatsApp senden.

Du brauchst einen Experten für ein Spezialthema in Sachen Steuern für SaaS Unternehmen? Viel Spaß beim googlen. Ein Virtual CFO ist auf solche Fragen vorbereitet und kann kurzfristig einen Kontakt herstellen.

Du möchtest Deine Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen? Eine hierauf spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei kann durch einen Virtual CFO direkt eingeschaltet werden.

Diese Assets in Kombination mit einem unschlagbaren Kosten- und Leistungsverhältnis sind es, die Du in meinen Augen beachten solltest, wenn Du vor der Entscheidung stehst einen Fulltime-CFO zu suchen.